maloja - juf
am sonntag bin ich bereits mit der rhb nach maloja angereist. wettertechnisch sollten die nächsten tage alle gut werden.
der montag begann bei frischen nordwind und leicht aus den wolken nieselnd. beste voraussetzung für eine mehrtageswanderung. bei sonnenschein läst es sich einfach wandern, bei nebel und regen im gebirge brauchts gute kleidung, sorgfältige planung und abwägung des risikos.
die ersten hundert höhenmeter verliefen ganz ordentlich, mit etwas panorama auf den silsersee. dann war aber schluss mit lustig. der nebel legte sich über die berge und war mein treuer begleiter. weder den lughinsee und noch die quelle des inn habe ich gesehen. auf dem lughinpass hatte es noch wenige grad über null, die handschuhe waren bereits in griffnähe. via septimerpass gings zum forcellina (2671m). oh wunder unterhalb des übergangs lichtete sich der nebel kurz und liess den blick auf drei steinböcke zu. der abstieg nach juf war kurz und mittel steil. in juf habe ich mich dann in der alpenrose einquartiert.
juf - mulegns / sur
endlich, am morgen erwartet mich ein blauer himmel. kurz vor 8 uhr bin ich zur 2. etappen gestartet. die zeit bis mulegns ist mit 5 stunden angeschrieben. von anfang an geht es ordentlich den berg hinauf, bis zum sattel - stallerberg. von dort könnte man absteigen nach bivio. ich steige aber weiter auf zu den flueseen. was für eine pracht! ich, ganz alleine, in dieser traumhaften landschaft, mit blick bis ins bergell. am fallerfurgga (2837m) lässt es sich gut aushalten. es ist warm und fast windstill. kurz nach dem sattel ist der weg kurz steil, danach geht es über weiden bis zum weiler tga, einer alten walsersiedlung. auf dem langen abstiege treffe ich zwar auf viele unerschrockene murmeltiere, aber ingesamt nur 3 wanderer.
in mulegns ist das fancy hotel löwe nun in betrieb. mit meiner kluft passe ich da nicht so gut hin. gleich neben dem hotel wird ein turm gebaut, in der hoffnung mehr gäste in das dorf zu locken. in erster linie wird aber versucht, den gut betuchten hotelgästen und touristen aus st. moritz etwas bieten zu können. der turm, die konstruktion wurde von der eth entwickelt, ist noch in bau. wie der rote turm auf dem julierpass, wird das projekt nur für einige jahre stehen bleiben. wie das zum thema nachhaltigkeit und co2 ausstoss passt, ersinnt sich mir nicht. was bräuchten die 14 dorfbewohner?
meine unterkunft liegt in sur, denn auf der alp flix wird gebaut und die übernachtungsmöglichkeiten sind eingeschränkt.
mulegns / sur - alp d'err
der nebel ist wieder da! sollte nicht heute ein sonniger tag sein? es gibt eine planänderung. nicht wie ursprünglich zur chamanna jenatsch wird es gehen, sondern zur alp d'err. die gastwirtin bietet mir noch das alpentaxi an, das lehne ich gerne ab. die alp flix ist in einer guten stunden erreicht. sicherlich ein schöner ort, nur ich sehe nicht so viel, zudem bläst ein kalter wind. es folgt nun ein knackiger aufstieg zum falotta (2455m) sattel. was für ein schönes plätzchen! auf den zwei felsrücken, die ich überqueren werde, hängt jedes mal der nebel. ich verzichte auf irgendwelche berggipfel. die alp ist dann schneller erreicht, als erwartet. eine südtiroler bauernfamilie ist für die rund 80 milchkühe verantwortlich. mit drei gehilfen werden auf der alp butter, joghurt und käse hergestellt. am nachmittag verzieht sich der nebel und ich gehe weglos zum talende. mit dem fernrohr lassen sich in einer felswand acht hirsche sichten. unglaublich, dass sich diese tiere so weit am felsen bewegen. später finde ich noch vereinzelte gämsen.
alp d'err - preda
kurz nach 7 uhr starte ich zur letzten etappe. ich muss rund 100 höhenmeter absteigen, dann geht es in ein seitental. es ist unberührt, unglaublich. der aufstieg ist steil. was mich dann auf dem karstplateau erwartet, ist der absolute hochgenuss! der lai grond - ein bergsee auf 2600m. wunderschön gelegen, sonne, absolute ruhe und keine menschen weit und breit. nur drei steinböcke, die im schiefrigen gelände, sich kurz zu erkennen geben. ich raste und geniesse. der weg auf die fuorcla da tschitta (2831m) ist sehr gut unterhalten. beim abstieg sehe ich ein rudel gämsen. kurz vor dem letzten steilen abstieg auf den alpboden pfeifen die murmeltiere den höchsten warnton. es fliegen zwei bartgeier entlang der steilen felswände und suchen die thermik. gefahr für die murmeltiere besteht keine. bei der alp fliegt dann noch dritter bartgeier seine runden. von der alp geht ein toll angelegter wanderweg bis nach preda.