jöriseen
während in der stadt die streetparade bei 35 grad starten wird und 800.000 menschen tanzen, setze ich mich in die berge ab.
die rhb bringt mich zum bahnhof lavin. im engadin sind die temperaturen schon angenehmer und der wald spendet schatten. dennoch ist der aufstieg zur chamanna dal linard schweisstreibend. es ist eine kleine hütte mit 30 schlafplätzen. die hüttencrew wechselt jede woche und wird in fronarbeit geführt. das panorama ist toll und am abend geht dann noch der vollmond auf.
etwas vor 7 uhr starte ich zu meiner langen tour. die bergsteiger für den piz linard (3410m) sind schon länger unterwegs, ich sehe sie im felsen am klettern. nach ca. 40 minuten erreiche ich die lai da glims und kurz darauf den fuorcla da glims (2802m). es folgt ein steiler abstieg, teilweise im blockgestein. die markierung ist nicht immer ersichtlich. es folgt eine längere hangquerung und der weg endet in einem einsamen und fast unberührten tal. es folgt ein kurzer, knackiger aufstieg zum vereinapass (2593m). es wird wieder grüner und hinter der felskuppe sind die kühe am fressen. nach wenigen minuten komme ich zum flesspass (2457m). ja, die 3,5 stunden von der hütte habe ich wirklich gebraucht. vom pass aus könnte man nach klosters absteigen, die geplante dauer wäre bei rund 4 stunden. ich raste mich bei den seen aus und geniesse meine jause. es folgt ein abstieg durch ein menschenleeres tal bis zur alp fless dadaint (2119m). die alp wird von südtiroler bauern geführt. eigentlich habe ich auf eine kleine erfrischung gehofft, aber es gab leider kein safterl. so steige ich in der mittagssonne zum jöriflesspass (2561m) auf. es kommen mir immer wieder wanderer entgegen und nun endet die einsamkeit in der natur. kurz nach dem pass eröffnet sich das plateau und die jöriseen sind sichtbar. was für ein erlebnis, die seen zu erblicken. mit der ruhe ist es vorbei, denn es sind unzählige wanderer und touristen unterwegs. ich finde dennoch ein ruhiges plätzchen und geniesse diese tolle landschaft. es folgt der steile aufstieg zum jöriflüelafurgga (2723m). kurz vor dem grat befindet sich eine neu eingebohrte kette, damit fast alle die steilstelle überwinden können. vom joch gibt es einen blick runter zu den jöriseen, auf der anderen seite ist die passstrasse auf den flüela sichtbar. zum schluss folgt ein unspektakulärer abstieg zur passstrasse, mit endpunkt wägerhus. auf der strasse rasen die motorräder ins tal hinab. ein spektakel der speziellen art.
die tour ist reizvoll, es gibt viele seen und jetzt im hochsommer laden diese zum baden ein, aber der zeitdruck das postauto zu erreichen, hat den badespass nicht zugelassen.
reine gehzeit für den zweiten tag: mindestens 8 stunden